Disaster-Recovery und Backup: Sinnvolle Plattenaufteilung, Programme und mehr

Hi zusammen!

Windows ist seit mehreren Jahren mein Hauptbetriebssystem, Linux war immer nur eine “Surfmaschine”. Ende des Jahres soll Manjaro (primär i3, Fallback Xfce) das Hauptsystem werden und ich bereite mich schon jetzt gut vor. Ich experimentiere viel und kümmere mich derzeit um die Backups.

Bei Windows liegen meine Nutzdaten, allerdings nicht die Einstellungen auf einer getrennten Partition. Meine “Vorsorge” liegt darin, einfach beim Hochfahren ein Image (z. B. mit DriveSnapshot) vom gesamten System zu ziehen. Bei Problemen wurde z. B. das Laufwerk C komplett, also mit allen Einstellungen, zurückgespielt. Einzelne Nutzdaten lassen sich wiederherstellen, wenn man das Image von Laufwerk D einbindet.

Aufgrund meiner Dummheit musste ich kürzlich “Timeshift” bemühen, was fantastisch funktionierte. Aber der /home-Ordner?

Nun ergeben sich für mich Fragen:

  1. Würdet Ihr z. B. /home oder auch Timeshift-Snapshots oder ähnliches in eigene Partitionen auslagern?
  2. Ich habe gelernt, dass einige die Dot-Files nach GitHub klonen. Damit kenne ich mich noch nicht aus. Aber ist das Vorgehen sinnvoll?
  3. Clonezilla macht nur “Cold-Backups”. Gibt es auch Image-Programme unter Linux, die im laufenden System arbeiten?
  4. Bork, DejaDup, Pika… Ich bin etwas überfordert. Welches Backup-Programm ist für Anwender geeignet, bietet aber auch Potenial für Entwicklung? Unter Windows setzte ich auf SyncBackPro, dass ich mir nach und nach erarbeitet habe.

Danke für Eure Hilfe.

Hi MartinM,

ich antworte dir mal so.

Ich habe mir mit der Zeit dazu entschlossen, mein /home auf eine extra Partition zu verschieben.

Somit habe Bildlich gesprochen Zwei Partitionen. Eine / Root BTRFS Partition und eine zweite /home ext4 Partition.

Was bedeutet, wenn mal alles schief geht, dann Installiere ich mein Manjaro neu.

Setze Die Partition 1. zu / Root kann und darf neu mit BTRFS Formatiert werden

und meine 2. Partition lasse ich als /home mounten und achte darauf dass dass Dateisystem ext4 beibehalten bleibt also nicht formatieren wird.

Wenn die Installation durch gelaufen ist, dann nur noch die zuvor Installierten Apps und Programme nachinstallieren und alles ist wie vorher.

Zu den dot files, solltest du diese meinen, wie ich denke das du es tust.

Im Ordner .config und im oder .local und darunter sind viele deiner Nutzerdaten und die Einstellungen und so gespeichert.

Mit einer regelmäßigen Sicherung deines /home Ordners, bist du auf der Sicheren Seite.

Dort sind auch deine /home/Dokumente und anderes gespeichert Downloads, Musik Videos usw.

Gruß

Tony

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Hi Tony!

Danke für Deine Antwort. :slight_smile:

Warum verwendest Du für /home ext4 und nicht BTRFS? Hast Du noch weitere Partitionen? Verschlüsselst Du?

Wie sicherst Du Dein /home?

Zu den Dot-Files: Der Vorteil mit GitHub wäre die Versionierung. Aber ich weiß nicht, ob das bei mir als potentieller “Hobby-Admin” nicht schon zu viel des Guten wäre. Du machst das nicht?

Hallo MartinM,

Weil die / root und somit auch die /home vorher ext4 war. Später wurde Manjaro auf BTRFS umgestellt und ich habe meine /home auf ext4 belassen.

Hier und jetzt, an meine Produktiv PC sind viele Partitionen darunter auch die NTFS Partitionen, das auch wegen Dualboot und auch um Dateien untereinander zu teilen.

Verschlüsseln tue ich nicht.

Ich Kopiere den Inhalt von /home, auf anderen Datenträger (USB-Stick oder ext Festplatten) und habe somit immer mindesten Ein oder Zwei Backup/Sicherungen von mein /home.

Ich bin mir nicht sicher, ob wir von den selben Dot-Files reden.
Die (.Dateien) und die (.Ordner).
Sind und bleiben im weitesten Sinne immer gleich.
Eben nur der Stand, wo ich sie da letzte mal gesichert hatte, aber das wären ja nur z.B., beim Browser der Verlauf oder die offenen Tabs oder beim Mail Programm der stand vom letzten Sync.

Aber die Favoriten und Passwörter und Erweiterungen Addons kann ich wieder zurück spielen.
Oder den Stand meines Mail Programm, dann lädt er mir die Nachrichten eben nochmal ab.

Oder der Verlauf vom Terminal hat nur den Stand meiner letzten Sicherung.

Aber das kann man ja wenn einen der Aktuelle Stand wichtig ist, eben öfter Sichern.

Gruß
Tony

Hallo @MartinM :wink:

Wenn man als DAU wie Windows immer neu installieren will/muss, weil man basteln will oder Probleme nicht selbst managen kann, dann ist eine separate /home Partition sinnvoll, damit man eine Neuinstallation leichter durchfahren kann, ansonsten unnötig.

Kann man machen, aber eher was für Technikaffine.

Nein, das ist nicht möglich im laufenden Betrieb, bzw. während deine Root-Partition eingehängt ist, aber im Recovery- oder Emergency-Modus schon, jedoch nur Terminal.

Da hast du die Qual der Wahl.

  • Mit DejaDup habe ich eher schlechte Erfahrungen, aber für 0815-Nutzer sicherlich gut. Es speichert als Archive und kann sich mit jeder Art von “Online-Webspace/Drive” verbinden.
  • Borg bietet Versionierung, Deduplizierung und Komprimierung an, meiner Meinung sehr effizient, aber langsamer bei der Sicherung, da es nicht auf Kerneleben läuft, wie BTRFS. Kann und sollte einfach im Hintergrund laufen, stört auch nicht. Spezialisiert ist es auch auf Online-Backups, jedoch muss der Server Borg dann unterstützen. Hetzner hat da zum Beispiel was Nettes.
  • Pika ist nur eine GUI für Borg, quasi ein einfacher Manager. Nutze ich auch und sichere auf meine externe Platte.

Um es einfach zu halten:

  1. BTRFS Snapshots mit Timeshift als Systemwiederherstellung.
  2. Persönlicher Ordner über Borg/Pika/Vorta.
  3. Cold-Backup mit Clonezilla, also Images, eher unpraktikabel, nur sinnvoll bei einem Umzug auf eine andere Platte oder wenn du dein System regelmäßig kaputt bastelst.

Okay, dann nehme ich das mal in Angriff. Denn im Moment ist basteln die Möglichkeit, Dinge zu lernen und zu testen. Wenn später mal der produktive Umstieg erfolgt, würde ich zum Experimentieren und Lernen entweder eine weitere Partition (Fantasie: Manjaro Testing) oder eine VM (KVM oder Virtualbox) aufsetzten. Letzteres scheint aber mit Manjaro problematisch zu sein. Vielleicht nehme ich dafür dann CachyOS.

Alles klar. Danke. Dann schaue ich mir mal die GUIs an.

BTRFS:
Aber siehst Du denn einen Snapshot als Backup an? Die Snapshots liegen doch auf der selben SSD. Oder machst Du das anders?

Ein Snapshot ist kein Backup, genauso wenig ist in Windows die Systemwiederherstellung ein Backup. Es ist eine Möglichkeit, schnell zu einem ursprünglichen Zustand zu wechseln (Rollbacks). Timeshift ist zum Beispiel dafür designt worden wie die Systemwiederherstellung von Windows zu sein, auch wenn man das auf die persönlichen Daten optional erweitern kann.

Hier nochmal vom Entwickler: GitHub - linuxmint/timeshift: System restore tool for Linux. Creates filesystem snapshots using rsync+hardlinks, or BTRFS snapshots. Supports scheduled snapshots, multiple backup levels, and exclude filters. Snapshots can be restored while system is running or from Live CD/USB.

Stell dir einfach mal vor, dass du ein Rollback machst und deine neuen persönlichen Daten einfach mal gelöscht oder überschieben werden… Deswegen nur System und Einstellungen.

Welches ‘letzteres’ ist denn hier gemeint? eine VM oder Virtualbox?
VMs aufsetzen erscheint mir eher mehr oder weniger trivial zu sein: “Gnome boxes” installieren und in Boxes dann einfach eine VM erzeugen (entweder aus einer lokal vorhandenen ISO-Datei oder eine ISO-Datei aus dem Internet runterladen)… fertig.

Aber ich bin da auch genügsam. Eigentlich reicht es mir wenn ich die VMs gelegenlich laufen lassen kann. Nur werden die VMs von Boxes hier in meinem home-Verzeichnis abgelegt. Da muss ich mal schauen wie ich die einfach in das Verzeichnis mit den VirtualBox-VMs verschieben kann.
Entweder per Hand oder ich muss mir noch virt-manager installieren.

Eine VM mit Manjaro laufen zu lassen ist alles, aber nicht schwierig.
Ich spiele auch gerne rum.

Mein DE, mit dem ich seit vielen Jahren arbeite, ist GNOME, und gleichzeitig teste / spiele ich so gerne mit anderen DEs rum …

Ich habe meine VMs mit KVM/libvirt aufgesetzt, funktioniert wunderbar.

In Manjaro als Host habe ich VMs mit Win10, Win11, Manjaro KDE, Manjaro GNOME, Debian, Fedora, Mint, Mint XFCE, und was weiß ich noch alles - ich schaue mir vieles gerne an, und teste und habe es so lange, bis ich es dann doch lösche, weil ich es nicht brauche.

Die Win10 VM brauche ich produktiv, weil “WISO Steuer” nur dort wirklich läuft, mit wine ist das ein Krampf, also habe ich mir irgendwann mal für 4,95€ eine Win10Pro Lizenz bei ebah gekauft und das aufgesetzt dort. Läuft seit vielen Jahren problemlos.

Die Mint VM nutze ich seit 2 Jahren oder so, um mit penguin-eggs eine ISO zu bauen als Basis für die Mint-Installationen im Bekanntenkreis für Win10 Umsteiger. Die ist also auch (immer) aktuell und gepflegt so, wie ich den Clone haben möchte mit allen Programmen, die man so drin haben möchte.

Die restlichen VMs sind … Spielerei.

Diese ganze Aufzählung soll dir nur zeigen: VMs und Manjaro ist überhaupt kein Problem…

Ich versuche, mein Haupt-System einigermaßen sauber zu halten, und Testing / rumspielen erst mal in einer VM zu machen.
So wie ich meine Webseiten auch nicht auf dem Life-System teste, sondern in einer Dev Umgebung.
(… naja, ehrlicherweise mache ich das nicht wirklich immer, sondern spiele auch mal im Live/Host System rum …)

Aber: Manjaro als Host oder Manjaro als Guest in einer VM, egal ob KVM/libvirt oder Virtualbox … ist echt einfach und unkompliziert.

Ich persönlich finde virt-manager praktischer und die virtuellen Maschinen performanter, und das Ganze viel unkomplizierter als Virtualbox - aber das ist wohl Geschmackssache. Gehen tut Beides.

Edit: oh … @Siliziumfuchs war schneller …

Zauberer Merlin, ich habe WISO (link unten)
WISO-BUHL

Läuft über die Webseite.. also keine installation. Läuft von Manjaro aus, und allen anderen was in das Internet kommt.
Bin wegen Manjaro von Bild auf Wiso umgestiegen, da ist alles online.
Meinst du sicher WISO?

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Ja. Meine ich. Das reine Steuer Modul läuft übers Web. Stimmt. Nicht aber die EÜR und nachgelagerte Dinge.

Ich mache die EÜR für zwei Firmen in WISO lokal, importiere diese in die Feststellungserklärung und Gewerbesteuererklärung.
Die EÜR geht , warum auch immer, nur aus dem lokal installierten System.

Leider ist es immer noch so, dass ein Unterschied zwischen der Web App und der lokalen Installation ist. Lokal kann Dinge, die im Web nicht existieren.
Installiere einfach mal lokal … und du wirst Dinge sehen, die im Web gar nicht vorhanden sind…

Warte dringend darauf, dass das anders wird. Dann kann ich die W10 Installation töten.

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Ich habe auf meinem Win-Rechner versucht, in VMWare Manjaro zum Laufen zu bekommen. Dass ist bis heute unerträglich, starke Verzögerungen, and Tippen ist kaum zu denken.
Auf meinem betagten Notebook (Lenovo T450s, knapp 10 Jahre, kein Win11-Support) läuft Manjaro Xfce seit gut einem Jahr rund.

Nun habe ich meinen PC (ca. 7 Jahre) mit einer USB-SSD (!) und Manjaro beglückt. Dort habe ich dann VirtualBox installiert. Mir ist bewusst, dass das nicht optimal ist, es reicht aber für meine Experimente. Während Win11, ZorinOS und auch noch Pop!-OS absolut erträglich laufen, ist Manjaro Xfce wieder ein Sorgenkind: Bootet nicht immer durch, Netzwerkverbindung plötzlich weg.

Disclaimer: Ich muss mich noch mit den Optionen innerhalb von VirtualBox befassen. Derzeit ist alles auf Standard-Einstellung.

Ich weiß nicht wie interessant das hier für dich ist, ist jedoch ein sehr ausführliches Workaround über virtuelle Maschinen, ist aber eventuell ein anderes Programm wie du es nimmst - bist aber eh nicht tief drin.

https://forum.manjaro.org/t/dateiaustausch-manjaro-archlinux-host-windows-vm-client-virtuelle-maschine-qemu-kvm-mit-virtiofs-und-samba/183099

Ich fande den Beitrag genial.

Danke für den Hinweis. Den schaue ich mir sehr gern an. Das Thema Qemu/KVM wollte ich mir eh noch anschauen. Steht auf meiner Todo-Liste und der Link kommt dazu. :slightly_smiling_face: