Manjaro - Kritische Betrachtungen

Erste Erfahrungen und mein erster Beitrag - hier.
Vorab: Kritisch bedeutet nicht zwangläufig eine negative Herangehensweise....
Ich habe mir vergangene Woche Manjaro installiert.
Nicht, weil ich von Windows oder einer anderen Linux Distribution zu Manjaro wechseln möchte, sondern weil mich Manjaro interessiert.
Installiert habe ich XFCE minimal Manjaro, da ich bislang mit einer XFCE Oberfläche sehr gut zurecht kam und ich dort auch bei anderen Distributionen die Option habe, Cinnamon „on Top“ zu installieren.
So auch bei Manjaro.
Die Installation verlief auf einem betagten Laptop reibungslos.
Manjaro startet aber auffallend langsamer als Mint 18.3, das sich vorher auf diesem Laptop befand.
Brauchte Mint auf SSD ca. 7 Sekunden bis zum Login, so sind es jetzt ca. 20 Sekunden.
Klar könnte ich nun ergründen, wo und warum Manjaro seine Zeit für den Startprozess beansprucht- aber das interresiert mich eigentlich gar nicht.
Ich will wissen, was Manjaro besser macht. Ich installiere mir bekannte Programme.
Bei der Installation werde ich teilweise per Ankreuz Button gefragt, ob ich Optionen mitinstallieren möchte.
Bei anderen Linux Derivaten wurde ich darauf hingewiesen, das die Installation zur Folge hat, das einig aufgeführte Dateien mitinstalliert werden. Aber jetzt soll ich mich entscheiden, welche! Mal ganz ehrlich, ich kenne die Programme seit Jahren, aber woher soll ich denn jetzt wissen, welche Dateien benötigt werden? Bestenfalls sehe ich z.B. an der Endung .cli, das es sich um eine Komandozeilenanwendung handelt, die ich evemtuell nicht benötige. Aber der Rest überfordert meine Entscheidungsfähigkeit, auch als langjähriger Nutzer der Programme unter anderen Distributionen.
Dann mache ich mich daran, Google Chrom installieren zu wollen. Es geht mir weniger um den Browser! Ich synche Chrom mit unseren Pocket, Notizen, unserem Google Drive und Trello und halte alles auf 7 weiteren PCs bzw. Mobiltelefonen synchron. Das ist unser Workflow und daran gedenke ich nichts zu ändern.
Also rauf auf den Download von Google Chrom und runterladen...
Was nun? Ist nicht, ham wer nicht, diese Architektur wird von Google Chrom nicht unterstützt.
Ok, dann schaue ich mal im AUR und siehe da, dort ist es zu finden.
Aber habe ich nicht in diesem Forum gelesen, das Buildings aus dem AUR mit Vorsicht zu genießen sind?
Ok, einen Tod muss man ja sterben - aber gleich so schnell an die Grenzen eines als professionell beworbenen Derivats zu geraten, ist schon sehr ernüchternd.
Nun geht es daran, meine Bezahlsoftware zu adaptieren.
Wir nutzen seit Jahren Softmaker Linux und Windows Office Pro und besitzen diverse Lizenzen. Sehr gefreut habe ich mich, das Softmaker Office Pro auch in den Repros zur Verfügung steht. Installiert und läuft.
Warum das nach deren erfolgreicher Installation dennoch unter installierter Software und auch im Suchfenster „Softmaker“ als Installation nicht zu finden ist, bleibt wohl ein Mysterium unter Manjaro.
Nun, jetzt mache ich mich an Bricscad, einem verbreitetem Profi Autocad Ableger, unter dem ich beruflich mit Linux (ja, mit dem als Einsteigerproramm verschrienen Mint) täglich arbeite.
Ist nicht, keine Unterstützung für Manjaro.
Mein Fazit bislang. Manjaro verfolgt einen guter Ansatz, aber bietet für mich noch keinen echten Mehrwert gegenüber etablierten Distributionen. Es bleibt fraglich, ob jemand, der produktiv mit einem System arbeiten möchte, wirklich immer auf die neueste Softwareversion angewiesen ist oder doch weniger Probleme mit anderen Distributionen hat. Dennoch werde ich Manjaro auf einem PC behalten und mir dessen Entwicklung anschauen. Das hat es allemal verdient.

Freut uns zu hören, da es eher negative Kommentare dazu gab. Warum es nicht im Menü auftaucht, müsste ich mal selber nachsehen, vielleicht muss man sich einmal aus- und einloggen.

Müsste man mal in der Liste der Applikation nachschauen. Moment ...
https://wiki.archlinux.org/index.php/List_of_applications#Computer-aided_design
Wie wird das denn unter Linux Mint installiert?

Danke für deine Nachricht.
Systemvorrausetzungen laut Hersteller für Bricscad:
Ubuntu 14.04 oder höher, OpenSuse, Fedora
Ich habe es unter Mint als Debian Paket installiert.

In den Repos ist nur das "freie" Chromium, das Original Google Chrome kann soweit ich weiss nicht in den Repos angeboten werden (bin mir aber nicht ganz sicher).

Ja, AUR ist mit Vorsicht zu geniessen, aber bekannte Pakete wie google-chrome dürften eigentlich sicher sein.
Übrigends benutzt dieses Paket die .deb Datei direkt von Google, also wohl genau so wie du es eigentlich installieren wolltest.

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Google Chrom hat sehr kurze Aktualisierungszyklen. Meist kommt alle 2 Wochen ein Update, welches oftmals zwingend erforderlich ist, weil sonst Chrom-Funktionen eventuell nicht mehr auf allen verbundenen Geräten verfügbar sind. Als Paradebeispiele nenne ich hier mal die Synchronisation via Pocket und auch der Notizen. Wie verhält sich eine mit AUR durchgeführte Installation, wenn für die Anwendung offiziell ein Update zur Verfügung steht?
Meine Frage läuft darauf hinaus, ob ich künftig meine entsprechenden Updates von einem Paketbetreuer aus dem AUR beziehen muss, oder ob ich automatisch Updates von Google erhalte - was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann.

Wird über den Paketmanager geupdatet, das genaue Vorgehen hängt vom Paketmanager ab. Die Updates kommen also nicht direkt von Google.
google-chrome hat eine sehr hohe Popularität, d.h. dass Updates zeitnah auftachen sollten.
Kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen da ich kein Chrome benutze.

Hallo Manfrago,

naja, ich wandle den Satz gern ab:
"Nimm nur das aus dem AUR, was in den offiziellen Repos nicht vorhanden ist".
Und ein Blick in die Voten und Bemerkungen für das AUR-Paket ist auf jeden Fall vorher zu empfehlen (werden Fehler gemeldet, ist es gar out-of-Date u.ä.)
Aber es ist nicht so, daß mit dem AUR das Verderben einbricht.

Und ja, beim Update aller Pakete (einmal pro Woche würde ich schon mindestens empfehlen) wird auch für AUR-Pakete ein Update gemacht.

viele Grüße gosia

Hallo Gosia.
Schön, dich hier zu lesen. Ob es eventuell Sinn macht, das bislang noch ungelöste VLC Problem aus dem anderen Forum hier auch mal anzusprechen?

Hallo Manfrago,
so liest man sich wieder :wink:

Naja, versuchen kannst Du es ja. Aber auf jeden Fall einen Link zum alten Thread setzen.

viele Grüße gosia

Naja das AUR ist elementarer Bestandteil von Manjaro und für viele (inklusive mir) einer der Hauptgründe, Manjaro zu nutzen. Es ist in Kombination mit dem Arch-Paketsystem m.M.n. allen anderen Distributionen überlegen. Manjaro kommt hier also nicht an seine Grenzen, sondern spielt seinen Trumpf aus.
Die Installation von Chrome über das AUR macht ja nichts anderes als dir das aktuelle Chrome als DEB-Paket zu laden und es dir zu installieren. Bei einer vollständigen Aktualisierung werden auch AUR-Pakete aktualisiert.
Manjaro/Arch nimmt dir hier idiotensicher Arbeit ab. Cleverer kann man es fast nicht lösen.

Alles eine Frage der Perspektive. Aber die Dinge, die du hier als Kritik anführst, sind aus meiner Perspektive Features FÜR Manjaro und nicht dagegen.

https://wiki.archlinux.org/index.php/Unofficial_user_repositories#herecura

...nich maulen, sondern google-chrome einfach mal richtig geschrieben in die Sufu eingeben.

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Gut gemeint, aber das wäre nicht mein Weg.
Ich installiere mir einmalig eine Anwendung und danach möchte ich mich um kein Update mehr händisch kümmern müssen. Das scheint ja via AUR auch gewährleistet zu sein, soweit ich hier lesen konnte.
Damit ist meine Frage hinreichend beantwortet.

Dann bist Du bei einem rolling-release falsch.
Der hecura link ist eine "unofficial private" Repo von Ike Devolder (einfach mal schlau machen) .
Wenn Du diese einrichtest, bekommst du google-chrome mit der gleichen Geschwindigkeit serviert wie ein standard chromium aus den Hauseigenen Repos. Updates inklusive.

Edit
https://wiki.archlinux.org/index.php/Trusted_Users

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Oha. Genau mit dem Argument, das man sich langfristig um nicht mehr kümmern muss. wird Manjaro derzeit beworben. Interessant ist allemal, auch mal eine anders lautende Erfahrungen von aktiven Usern zu hören.

Nur weiter so !
Oh Ha!
Viel Spaß noch!

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Hallo Manfrago,

Keine Ahnung, wo das steht, aber Reklamesprüchen sollte man generell nicht trauen.
Aber Manjaro ist nun mal ein "Rolling Release Modell", bei dem jede Woche mindestens ein Update anfällt, insofern ist die Forderung nach "sich um nichts mehr händisch kümmern zu müssen" nicht machbar, was auch immer Du mit "händisch kümmern" meinst.
Du musst die Updates ausführen, sei es idealerweise mit
sudo pacman -Syu
oder durch Anklicken eines grafischen Tools. Vorher solltest Du auch die Ankündigungen zu den Updates lesen, die manchmal Warnungen bzw. Hinweise enthalten und nach Möglichkeit sollte man eigentlich nach dem Update auch die Meldungen/Warnungen lesen, die pacman in der /var/log/pacman.log hinterlassen hat und danach unter Umständen Entscheidungen treffen.
Das fällt IMHO alles in die Kategorie "händisch kümmern" und wenn jemand behauptet, daß sei alles nicht notwendig, na da weiss ich nicht, was ich davon denken soll, oder Nein, ich weiss es schon :wink: Aber sagt das wirklich jemand?

viele Grüße gosia

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Ich würde vorschlagen, nicht mehr über Eindrücke und Vorstellungen zu diskutieren, sondern konkrete Probleme mit dem System ansprechen und vorgeschlagene Lösungen auszuprobieren, oder sich über die Lösungsvorschläge weiter zu informieren.
Das führt alle weiter, das andere führt nur zu Streitigkeiten, die wir in dieser Community zu vermeiden versuchen. Hier sind die Forumsregeln (auf Englisch).

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...bedeutet, in einen automatischen Ablauf nicht eingreifen zu müssen.
Bis auf App-Inkonsistenten bei Firefox, Thunderbird und Google-Chrome habe ich in 10 Jahren bei Updates noch nie Probleme mit Linux Ubuntu bzw. Mint gehabt. Das war schon ärgerlich genug. Schwarzer Bildschirm, Updateverweigerung, ungültige Pakete...sind hier im Manjaro-Forum häufig (viel zu häufig) beschriebene Probleme, die mir völlig unbekannt sind. Vergleiche ich meine jetzigen Software Revisionen unter Mint mit denen aus den Distros von Manjaro, dann fällt es mir sehr schwer, darin einen nenneswerten Vorteil zu erkennen. Stattdessen schraube ich hier seit Tagen an PCs rum, die bei identischer Installation unterschiedliche Fehlermeldungen generieren. Irgendwo habe ich mal gelesen, Manjaro sei selbst für gestandene Linuxer eine neue Herausforderung. Dem stimme ich bislang zu.

Verstanden - aber erst nach meinem vorangegangenen Posting gelesen.
Ich werde mich bemühen, mich künftig auf das Wesentliche zu beschränken.

Dies sind nun wirklich tendenziöse Äußerungen.

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