CD rippen nicht mehr möglich?


#1

Hallo zusammen! Heute habe ich seit Ewigkeiten mal wieder dieses brennende Bedürfnis, den Laptop aus dem Fenster zu kicken oder Manjaro good bye zu sagen. Gut, so beginnt man keinen Thread und ich schlucke meinen seit Freitag angestauten Frust mal runter und versuche auf der Sachebene zu landen…
Ich benutze GNOME und würde gerne schlicht und ergreifend ganz simpel eine Audio-CD (ja, meine eigene) rippen. Sobald ich eine CD jedoch ins Laufwerk lege, beendet sich Rhythmbox selbstständig. Clementine hingegen findet nicht eine einzige CD online. Das kanns doch nicht sein, oder? Ist es nicht so, dass alle Abhängigkeiten bei der Installation jeglicher Anwendungen mitinstalliert werden oder fehlt mir grundsätzlich ein wichtiges Paket? Mit K3B funktioniert alles super, aber das müssen solch populäre Jukeboxen wie die genannten doch auch können.
Ich habe sowohl den aktuellen 4.19er Kernel, als auch den 4.14er Kernel getestet und bin auf dem stable Zweig.
Hat jemand einen Rat? Vielen Dank im Voraus!


#2

Probier mal asunder. Hat fast keine Abhängigkeiten.
Zu Rhythmbox oder Clementine kann ich jetzt nichts sagen.

Ich denke, dass man zumindest cdparanoia und für CDDB Zugriff auch libcddb benötigt, die dürften aber wohl bereits installiert sein.


#3

Asunder funzt auch. Aber das ist nicht mein Problem. Ich frage mich, was da wieder los ist? Immer wieder auf andere Tools auszuweichen kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein. Läuft auf anderen Distris ja auch. Frag mich, was ich falsch mache, obwohl es ja nun eigentlich nicht sooo schwer ist so eine Jukebox zu bedienen.

Cdparanoia und libcddb sind installiert.


#4

Was RB angeht, hast Du nicht unrecht.

Ich konnte das gerade auf meinem GNOME Laptop reproduzieren.
Ich hatte die CD allerdings bereits vor dem Starten von RB eingelegt.
Segfault.


#5

Gibt zumindest schon einen Bug Report.

Das ist manchmal der Nachteil einer Rolling Distribution. Da tauchen manchmal Bug auf, die in alten Versionen noch nicht vorhanden waren.


#6

Aber auf dem stable-Zweig? Ich meine das ist ja das Tolle an Manjaro…eigentlich. Bleeding Edge Rolling würde ich mir nicht mehr antun. Dazu sind mir meine verbliebenen drei Haare zu lieb ;-). Das Problem betrifft übrigens auch XFCE.


#7

Das aktuelle Rhythmbox-Paket ist auch schon 3 Monate alt.
Auch auf dem Stable-Zweig bleibt Manjaro rolling-release, nur nicht ganz so schnell, stable wird zwar getestet, aber ist unmöglich für so ein kleines Team alles zu testen.

Die gute Nachricht ist, dass der Fehler bereits gemeldet wurde.


#8

Konntest du Clementine auch schon testen?


#9

Nein, benutzte ich nicht.
Vielleicht kannst Du dir mal das Optionsmenü von Clementine anschauen.
Es könnte sein dass der CDDB-Server falsch eingestellt ist.


#10

Explizit gibt es kein CDDB-Menü. Es gibt nur eine “Netzwerkvermittlung”, die den Vermittlungsserver des Betriebssystems benutzt. Das ist die Standardeinstellung und ich wüsste auch gar nicht, was für Proxy-Gedöhns ich da eingeben sollte.


#11

Das Ding ist, dass sich die Welt weiter entwickelt, viele Programme aber nicht. Clementine sitzt noch immer auf einer Qt4 basis, wo wir nächstes Jahr Qt6 erwarten. Rhythmbox ist auch eher ein Programm der Vergangenheit. Hinzu kommt dann auch noch, dass es nur noch eine sehr kleine Nutzerbasis gibt die sich um CDs überhaupt kümmert und daher sind die Funktionen immer schlechter getestet und immer langsamer weiter entwickelt. Ich meine ich habe auf keinem meiner Systeme überhaupt noch CD Laufwerke. Habe zwar ein externes, aber das hängt verstaubt am Rand des Schreibtisches.

Also kann man sagen, es ist nicht im Sinne des Entwicklers, aber im Sinne der Evolution immer mal die Tools zu wechseln mit denen man arbeitet. :grin:


#12

Ich bin zwiegespalten, was dein Fazit angeht. Einerseits ist es unbestritten, dass Entwicklung eben auch Veränderung bedeutet. Andererseits ist es aus meiner Sicht inkonsequent, wenn man Programme in die offiziellen Quellen aufnimmt, von denen man auf Grund ihrer rückschrittlichen Codebasis Bugs zu erwarten hat, die die Benutzung teilweise unmöglich machen. Woher soll ich als alter Daddy wissen, welches Tool modern und funktional ist oder eben nicht, nachdem es lange problemlos lief? Ich gehe dann immer davon aus, dass ich was falsch gemacht habe und verbringe dann Tage mit Falten auf der Stirn. Wenn die Mint-Gemeinde unter meinen Kollegen morgen dann freudestrahlend vor mir steht und berichtet, wie fein dort alles funzt, kann ich mir ins Fäustchen lachen, dass mein System zwar evolutionär weiterentwickelt ist, deren dafür benutzbar ist, um es mal überspitzt zu sagen.
Was wäre denn aus deiner Sicht eine zeitgemäße Jukebox mit klassischem Funktionsumfang (also auch CDs rippen :smiley:)? Oder muss man echt Mediamonkey mit Wine benutzen?


#13

Es ist nicht so, dass es jemanden gibt der die Quellen durch guckt und Programme sucht die nicht mehr funktionieren um sie zu entfernen. Es sind also keine Programme enthalten von denen das zu erwarten ist. Es sind eben Bugs die immer mal auftreten können.

Das ist naturlich wahr. Alte Unterbau-Codebasis ist besser für alte Programme.

Ich glaube das gibt es nicht mehr. CDs sind Auslaufmodelle. Streaming ist heute modern. Sei es aud der eigenen Cloud oder von Streaminganbietern und genau dort ist wo die Entwicklung passiert. Es gibt natürlich immer eine gewisse Menge an Leuten die an das gute Alte fest halten und es zurückholen wollen - aber ich muss sagen, dass ich mich da meist lieber dem “Trent” zuwende und versuche dort das beste draus zu machen, als um jeden Krampf etwas sterbendes versuche über Wasser zu halten. Das ist aber, wie gesagt, nur meine eigene Meinung dazu. :+1:


#14

Tja, ist schon alles richtig was du sagst. Ein NAS, Raspis mit LibreELEC und die nötigen Apps auf Handy usw. habe ich auch. Rein technisch bin ich noch nicht ganz so alt wie biologisch :slight_smile:. Ich denke aber es hat nichts mit Trend oder Alter zu tun, wenn man Musik als Wert sieht. Ich habe mehr als zweitausend CDs, von denen die Hälfte limitiert ist. Eine z.B. steckt in einer Hülle aus feinen handbeschlagenen Schieferplatten, andere haben ein Artwork wie ne LP. Solche Sachen findet man nicht in nem Stream und die entfalten auch erst ihre Magie, wenn man die als Kunstwerk betrachtet, zu dem das Layout dazugehört. Klaro höre ich das auch lieber in meinen Playlisten und so, halte nicht jedes Mal begeistert die Hülle in der Hand ;-P, du verstehst schon… Also muss ich den Kram iwie auf Platte bringen, die Archivkennung in die Tags schreiben, damit ich den Überblick nicht verliere und und und. Hm, jetzt beim Schreiben beschleicht mich schon das Gefühl, einer gaaanz kleinen Minderheit anzugehören :smiley:, aber ich dachte bei Linuxern sind genau die in der Überzahl…
Naja, mein Frust hat sich in der kurzen Diskussion schon etwas gelegt. Grundsätzlich bin ich auch schon davon ausgegangen, dass diese Featurebeladenen Jukeboxen mehr oder weniger ausgedient haben. Ärgern tuts mich trotzdem bisschen.
Danke für die Hilfe und Antworten. Auch den anderen beiden.


#15

Ich bin ganz bei dir, was die weitere Benutzung von CDs und gleichzeitigem Nutzen von ogg-, opus- und mp3-Dateien angeht. Hat man eine CD-Sammlung, will man sie auch nutzen. Aber wenn es darum geht, wie man sie nutzt ist das eine andere Frage. Fast jedesmal wenn ich mir eine neue CD kaufe und die enthaltene Musik oder das Hörbuch auch anderenorts hören möchte greife ich zu einfachen Tools wie rip oder abcde um die CD(s) zu rippen.
Zu rythmbox & Co. kann ich keine Angaben machen, weil mir das schon lange zu viel Bloat ist. Mir reichen zum Abspielen mocp oder eigene kleine Skripte, die letztlich auf mplayer und ffmpeg zurückgreifen.
Zu deiner grundsätzlichen Kritik daran, dass Pakete geliefert werden, die nicht alle Funktionen fehlerfrei ausführen, kann ich @torvic nur Recht geben. Dies ist trotz allem eine Rolling-Release-Distri; wenn auch das Rollen im Stable-Zweig etwas ausgebremst ist. Weil es ab und zu Probleme mit einem Programm geben kann (bin noch dazu auf Testing) habe ich für viele Benutzungsgebiete mindestens zwei Programme installiert: qutebrowser und Firefox, mpv und vlc, geeqie und eom, puddletag und easytag usw.


#16

Guter Einwand, mehrere Programme zu nutzen. Muss man sich halt mit abfinden und dran gewöhnen. Bei einfachen tools wie vlc etc. ist das ja auch kein Thema, weil wenig zu konfigurieren ist. Das handhabe ich tatsächlich auch längst so. Zwischen tools zu wechseln, die tiefgreifende Einstellungen erfordern, wirds dann schwieriger. Wenns da fragil wird, kann man nicht mehr von einer soliden Basis reden, auf die man sich verlassen kann. Ich würde gaaanz dringend empfehlen, dem Testen die höchstmögliche Priorität einzuräumen. Ich finde diesen Ansatz von Manjaro richtig toll, liebe und empfehle Manjaro deshalb auch. Aber ihr wisst ja auch wie es mit dem Ruf ist. Einmal als Frickeldistri in Verruf geraten, kommt man nicht mehr so leicht wieder zurück. Und gerade jetzt, wo Manjaro es geschafft hat, so viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Interesse zu wecken, wäre es jammerschade, diesen Vorteil zu verspielen, weil Basics nicht zuverlässig funktionieren. Das ist jetzt aber ausdrücklich nur hypothetisch gemeint gewesen, um den Wert des Testings hervorzuheben. Meistens funzt ja alles oder es gibt wie du schon sagtest alternative Wege.
Eine solide Jukebox wäre trotzdem fantastisch, weil man die nötigen Helferlein unter einer Oberfläche hat. Bei einer Officesuite ist es ja auch nicht so, dass man den Text erst schreibt, dann in einer anderen Anwendung formatiert und bearbeitet und dann in einer dritten Anwendung das ganze druckt oder entspr. konvertiert. Als Workaround absolut möglich und machbar, aber sowas bewertet der gemeine Nutzer (die überwiegende Mehrheit, denke ich) halt kritischer, als die Kompatiblität zu Docker oder was weiß ich für was für technisch anspruchsvolles Zeug da Energie in die Entwicklung gesteckt wird. Ich hoffe, ihr versteht das nicht falsch. Nichts gegen Innovationen und Pioniergeist. Aber ein Betriebssystem, das von potentiell jedem benutzt werden soll, muss auch von jedem benutzbar sein. Das heißt auch, dass es solide, breitgefächerte Anwendungsmöglichkeiten geben muss, wenn man sich nicht auf ein kleines, elitäres Benutzerklientel beschränken möchte.
Ich werde Manjaro auf jeden Fall weiterhin benutzen, ein paar meiner Leute wechseln hingegen wieder zurück. Schade…


#17

Dann möchte ich dich einfach mal bitten, dass du beim Testen mithilfst. Wenn nur Leute wie ich Probleme auf Testing melden wird das nichts. Ich nutze eben keine Jukebox.
Übrigens: Es gibt wirklich Leute, die erst einen Text in einem beliebigen mehr oder weniger grossen Editor schreiben und dann anschliessend andere Tools benutzen, um das dann setzen zu lassen. Ich sage nur LaTeX oder ConTeX. Habe alle Arbeiten im Studium und, so lange E-Mail noch nicht allgegenwärtig waren, die meisten Briefe damit verfasst und vollendet.


#18

Ha, da erwischt du glücklicher Weise genau den richtigen :stuck_out_tongue_winking_eye:
Ich hätte unglaublich viel Spaß daran, mich iwie zu beteiligen. Hab nur keinen Schimmer wie und wo. Wenn du bereit bist, mich bisschen an die Hand zu nehmen und mir zeigst was ich machen muss, investiere ich gerne Zeit und Herzblut. Habe dafür nie richtig den Einstieg gefunden.


#19

Dafür braucht’s eigentlich nicht viel.
Fehler entdecken - Fehler melden :slight_smile:
Am einfachsten sicherlich hier im Forum, andernfalls gerne auch auf den jeweiligen Projektseiten (wie oben bei Rhythmbox).

Problematisch wird es nur dann, wenn die Entwickler z.B. nach einem “stack trace mit debug Symbolen” fragen, damit kann ein Newcomer natürlich nix anfangen.


#20

Das Wo ist gar nicht so schwer. Den ersten Schritt hast du bereits getan indem du beim Forum angemeldet bist.

Zunächst wechselst du zum Testing-Zweig. Es gibt vielleicht einen schnelleren Weg als den, den ich dir hier schreibe, aber da weiss ich das es funktioniert.

Ändere in /etc/pacman-mirrors.conf von

Branch = stable

zu

Branch = testing

Anschliessend lässt du deine Paket-Datenbank erneuern und dein System updaten mit folgenden Befehlen

sudo pacman-mirrors -f 8 && sudo pacman -Syyu

Die Zahl steht für die Anzahl Server, die kontaktiert werden.

Wenn dann dein System auf Testing steht kannst du damit arbeiten wie immer.
Dann solltest du im Forum die Announcements für Testing-Updates abonnieren und regelmässig die Updates durchführen. Wenn dann ein Problem auftritt meldest du, was nicht geht als Kommentar bei der entsprechenden Ankündigung.